Ein Baum aus der Göhrde

Die Eiche ist gefällt worden

Baum und Zeit

Unsere Eiche ist gefällt. Eine der ersten Fragen: Wie alt ist der Baum denn nun?

Wir haben die Jahresringe ausgezählt so gut wir konnten, und sind auf ca. 360 gekommen (da sie so klein sind, ist präzises Zählen schwerer als man denkt).

Aus dem Bestandbuch des Forstamtes wissen wir, dass im Hohen Holz, unserem Waldstandort, 1662 Traubeneichen gepflanzt worden sind- und da wird unsere Eiche mit dabeigewesen sein. Das ist 8 Jahre nachdem unter August dem Jüngeren, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, die erste Forstordnung in der Göhrde erlassen wurde.

In der heisst es: dass "immerwährende beständige Holznutzung" und "beharrliche Feuerung von Jahren zu Jahren jetziger und künftiger Zeiten den Nachkommen bleiben und folgen möge."

Es ist also, ohne den Begriff zu nennen, das Nachhaltigskeitsprinzip ausformuliert worden, woraufhin Bäume gepflanzt wurden, die heute erst schlagreif sind.

Wir finden diese Vorstellung, nun zu verarbeiten, was ein Mensch vor über 350 Jahren mit Händen und Spaten gepflanzt hat, sehr berührend.

Mögen wir schöne Dinge draus herstellen. Und mögen die Eichen, die wir pflanzen, ähnlich lange leben und spätere Menschen beglücken.


Der Baum in Zahlen:
Alter: 353 Jahre
Brusthöhen-Durchmesser: 70 cm
Holzmasse: 4,2 Festmeter, mit Krone 5

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